Kartoffeln ohne Ende im Don-Bosco-Zentrum
Berlin – „So viele Kartoffeln habe ich noch nie gesehen“, rief Marcel (5) aus der Kindertagesstätte spontan, als eine Tonne Kartoffeln in die Manege im Don Bosco-Zentrum gerollt wurde.
Rekordernte: Kartoffeln können nicht alle verkauft werden
Der Sommer 2025 war für viele Landwirtschaftsbetriebe ein Segen, auch für die Bauern rund um Leipzig. Ausreichende Niederschläge führten zu einer Rekordernte bei Gemüse und Kartoffeln. Aber eben nicht nur an diesen Orten. Und so überstieg das Angebot die Nachfrage, der Markt war übersättigt. Nun lagerten 4.000 Tonnen Kartoffeln in einem Depot und konnten nicht verkauft werden. Der Weg für sie in die Biogasanlage war bereits geplant und das wollten die Landwirte in Leipzig nicht mitmachen.
Bauern bieten Kartoffeln sozialen Einrichtungen an
Das Angebot für soziale Einrichtungen, Kartoffeln bis zu einer Tonne abzunehmen, erreichte auch das Don-Bosco-Zentrum. „Da hatte ich dann schnell die Idee, dass die Kartoffeln bei uns richtig sind und habe eine ganze Ladung geordert“, beschreibt Andrea Räthel aus dem Büro Berlin ihre schnelle Entscheidung.
Manege freut sich über eine Tonne Kartoffeln
So rollten an diesem Tag kurz nach zehn eine Tonne Kartoffeln über die Schwelle der Manege in Berlin. Junge Menschen aus den unterschiedlichen Projekten des Hauses verteilten die nahrhaften Knollen dann schnell auf Tüten und Kisten. Die Küche der Manege wurde genauso „beliefert“ wie junge Menschen in der Obdachlosenunterkunft nebenan, Teilnehmende der aufsuchenden Arbeit oder auch mittellose Familien aus der hauseigenen Bernhard-Bosch-KiTa. Ein guter Teil ging dann auch in die Pfarrei Hildegard von Bingen wo die restlichen Kartoffeln weiterverteilt wurden. So schnell wie sie gekommen waren, waren sie auch verteilt!
Text P. Simon Härting; Foto: Büro Berlin
